Mittwoch, 23. September 2015

Austrian Fashion Award 2015



Hallo liebe Maingardisten,


in der letzten Woche war viel los in der österreichischen Modeszene! Wie die Pop-Up Store Eröffnung von Marina Hoermanseder (klickt auf ihren Namen um mehr zu erfahren), ist der Austrian Fashion Award Teil des Förderprogramms der Austrian Fashion Association. Die AFA hat es sich zur Aufgabe gemacht nationale aufstrebende Talente zu unterstützen um die austro Fashionszene zu einem wichtigen Teil der internationalen Modewelt zu machen.



Verliehen wurden der Modepreis des Bundeskanzleramts und der Modepreis der Stadt Wien. Ach und kann mir mal jemand sagen, warum Hermes von Willkommen Österreich, der sonst eher für Interviews mit den nicht ganz so bildungsaffinen Gesellschaft Österreichs bekannt ist, die Austrian Fashion Awards moderiert? Man muss offensichtlich breit gestreute  Projekte verfolgen...


Wie ihr schon erkennen könnt, gewannen die mit Orthopädieleder arbeitende Marina Hoermanseder und die "am Beitrag der sozialen Medien bei der Entstehung von Öffentlichkeit" interessierte Jackie Lee. Für Marina war es ein steiler Weg um ihren Preis entgegen zunehmen. Das heißt vielmehr waren die Stufen zur Bühne steil und ihr Rock eng. Zum Glück nimmt sie sich in solchen Momenten selbst nicht so ernst und hat immer ein Lächeln auf den Lippen.


Besonders außergewöhnlich war die Fashion Installation, welche im Anschluss an die Preisverleihung geöffnet wurde. Dabei ließen sich die kreativen Köpfe von "Wendy & Jim" offensichtlich von Straßenperformern, Clowns und Filmfiguren inspirieren, was der ganzen Präsentation ein Gefühl von Vertrautheit verlieh, jedoch ebenso befremdlich wirkte.

Hier zwei der unverkennbaren Looks von Marina Hoermanseder
Die sehr aufwendigen Floralapplikationen sind aus feinem Leder gearbeitet und alle einzeln mit Nieten befestigt

Im Gegensatz zu normalen Modepräsentationen könnte man sich die Models, beziehungsweise die Looks, wie in einem Museum als eine Art Skulpturen betrachten. Idee dahinter war es den Zuschauer aus seiner normalerweise passiven Rolle in eine aktive zu bringen.


So konnte man frei entscheiden wie lange man bei einem "Exponat" verweilt, in welcher Reihenfolge man sie betrachtet, ob man sie auf einem Selfie von sich verewigt, oder aus welchem Winkel man sie fotografiert.


Ähnliches kenne ich zum Beispiel von der Mercedes Benz Fashionweek in Berlin, bei dem die Models in einem Showroom auf Podesten stehen und ab und zu rotieren oder das Outfit wird ausgetauscht.


Um ehrlich zu sein, kann ich der Diplomkollektion von Jackie Lee (hier oben ein Look daraus) mit dem Namen "#boy #bed #andbeyond" nicht sehr viel abgewinnen. Schon bei der Präsentation der Angewandten Wien war mir ihre Kollektion aufgefallen. Was bei dem hier ausgestellten Outfit nicht so gut zu sehen ist: sie thematisiert im Design und Styling dem sogenannten Walk of Shame, also dem vermeintlich schamerfüllten Heimweg nach einem One Night Stand. Gemeint sind dabei im Volksmund komischerweise nur Frauen. Als ob das Geschlecht einen Unterschied macht mit wie viel Würde man von einem Abenteuer heimkehrt. Der burschikose Chic soll dabei suggerieren die Models hätten gerade ein Hemd mitgehen lassen und tragen noch das mittlerweile verschmierte Make Up vom Vorabend. Auch wenn die wenigen Accesoires wie Schlüsselbänder mir einen Eindruck von vor zehn Jahren vermitteln, ist das Konzept um die Kollektion und ihre Silhouette sehr modern. Vielleicht ist es der Anfang für einen ganz bestimmten JackieLee-Stil oder ein neues Bild von Schönheit. 




Das Bild was ihr hier unten seht, erinnert mich stark an den ersten Teil der Hunger Games Reihe, in dem die Hauptfigur Catness ihre kleine Freundin Rue in Blumen bettet. Mehr will ich an dieser Stelle mal nicht verraten. 



Die hier abgebildeten Schuhe mit "Bleistiftabsätzen" haben es mir angetan. Nicht unbedingt aus ästhetischer Sicht, aber von der Idee her. Ich könnte wetten Euch sind sie auf dem Foto darüber nicht aufgefallen, was natürlich etwas unfair ist wenn man bedenkt wie wenig Licht darauf fällt. Zum zweiten Mal bin ich ihnen jetzt schon begegnet. Einmal als sie auf dem Laufsteg getragen wurden, und eben jetzt bei dieser "Ausstellung". Ich musste immer erst ein zweites Mal hinsehen.


Ich habe großen Respekt vor der Leistung der ausgewählten Models. Einige von ihnen mussten in teils wirklich unbequemen Posen verharren. Geschätzt 45 Minuten war ich in dem Raum, der dann noch lange nicht leer war. Manche mussten beispielsweise eine Tischplatte nur mit ihren Knien halten, wobei nichts herunterfallen durfte. 


Für mich war es auf jeden Fall ein sehr interessantes Event. 

Sagt mir: Was haltet ihr von den Preisträgern, beziehungsweise von den anderen ausgestellten Designern? Teilt es mir gerne mit, oder stellt Eure Fragen falls ihr noch welche haben solltet!

Bis dahin 

euer Maingardist

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