Mittwoch, 10. Juni 2015

Die Angewandte Wien Fashion Präsentation 2015



Hallo Maingardisten,

am Samstag präsentierten die Modedesign-Studenten der Angewandten Wien aus dem ersten, zweiten und dritten Jahr ihre diesjährigen Arbeiten in der Kunsthalle Wien. Wir wurden eingeladen exklusiv für MAINGARDE.com die interessantesten Entwürfe einzufangen.






Da eine Freundin von uns für die Show als Model fungierte, waren wir schon recht früh bei der Location und haben besonders viel von der Organisation mitbekommen. Man muss sich überlegen es geht für die Studenten um viel. Diverse Förderpreise wurden vergeben und für einige war es einer der letzten Möglichkeiten unter dem 'Schutz' der Angewandten für Furore zu sorgen. Das haben die meisten auch ordentlich ausgereizt. Außerdem stehen sie weder unter dem Druck etwas verkaufen zu müssen, noch kostet die Show mehrere Millionen wie es zum Beispiel auf den Fashionweeks in Paris oder New York üblich ist. 






Demnach lief bei dieser Präsentation anders als wir es gewohnt waren: Die Models haben fast den ganzen Tag immer und immer wieder den Ablauf, das Timing, die Größe der Schritte, den Laufstil, usw. geprobt, was man später deutlich bemerkte. Jeder Student hatte einen anderen Laufstil vorgegeben um sich bewusst von den Kollegen abzugrenzen. Da Models auch nur Menschen sind, verschwammen die Grenzen der Kollektionen ab und zu. Ein einfaches Lichtsignal, wie es an manch anderen Stellen der Show eingesetzt wurde, hätte hier wohl leicht Abhilfe schaffen können. 
Viele Pressevertreter, sie wurden in den ersten zwei Reihen platziert, rechneten nicht mit einem First Come First Serve Prinzip bei der Sitzplatzverteilung und mussten deshalb auf Treppen sitzen. 
Die Veranstalter dürften sich gefreut haben wie voll es dort war. An der Abendkasse konnte man, anders als angekündigt, keine teuren Karten mehr bekommen. Selbst frühe Vögel die eine Stunde vor Einlass an der Abendkasse warteten, mussten wieder nach Hause fahren. Das Interesse war eben besonders groß.






Nun zu den Entwürfen: Wir waren erstaunt was sich die Studenten allgemein alles getraut haben. Das sieht bei den meisten Shows der Berlin Fashionweek ganz ganz anders aus. Wir durften romantische Looks sehen, provokative, eher ruhigere, interessante und vor allem kreative. Man hatte das Gefühl tief in die Seele mancher Studenten blicken zu können. Mit überraschend vielen konnten wir nicht wirklich etwas anfangen. Entweder konnte man den Look nicht als Kleidung bezeichnen, oder die Interpretation war so verstörend dass sie von der Kleidung ablenkte. Wenn man bedenkt wie sehr ich Alexander McQueen vergöttere ist so ein Satz aus meiner Feder fast anstößig. Bewusst mit Konventionen und Schönheitsnormen zu brechen ist notwendig um künstlerisch wie gesellschaftlich voranzukommen.






Die Studenten sind sich der Dringlichkeit dass man sich an sie erinnert wohl seht bewusst. Da ist es nicht immer das Wichtigste ob in positiver oder negativer Hinsicht. 
Es gab überragend professionelle Looks und es gab solche die wohl extra wahllos wirkten. 
Da engagieren die einen Designer eben möglichst unterschiedliche Modeltypen um vielleicht auszudrücken dass man sich treu bleiben soll und Mode nicht nur etwas für klassische schlanke Schönheiten ist, andere beschäftigen sich künstlerisch mit dem sogenannten "Walk Of Shame", also dem unangenehmen Gang nach Hause am Morgen nach einem One Night Stand.






Androgynität war ein ganz großes Thema dieses Jahr. Man stellt sich die Zukunft in gleichberechtigten Geschlechterrollen vor, wo man nicht immer genau weiß wer jetzt Mann oder Frau ist, geschweige denn ob ein bestimmtes Kleidungsstück eher von Männern oder Frauen getragen werden sollte.





Die neue Generation der Designer möchte dem einfachen Bürger nicht mehr vorschreiben was er und vor allem wie er etwas tragen soll. Das spiegelt sich in den Kollektionen wieder. 
Materialmixe und ungewöhnliche Schnitte durften nicht fehlen, alles eben ein bisschen anders machen als die Designer vor einem. Ansonsten fragt man sich schnell 'was macht dich so besonders im Vergleich zu den anderen?' Künstler stehen oft unter Druck etwas völlig Neues zu schaffen um in der Welt einen Platz zu bekommen. 





Es war erfrischend zu sehen was der Nachwuchs macht. Einigen Talenten steht eine rosige Zukunft bevor, und selbst wenn sie irgendwann mal für andere Designer arbeiten, können sie sich trotzdem mit dem was sie lieben beschäftigen. Das ist wohl die Hauptsache. 
Die Mühen der Studenten und Verantwortlichen hat sich gelohnt würde ich sagen. Ich bin schon gespannt auf das nächste Mal. 

Euer Maingardist



1 Kommentar:

  1. Tolle Eindrücke. Sieht nach einer wirklich coolen Show aus. :)

    Liebste Grüße,
    Lisa von Ash Blonde

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