Mittwoch, 5. Juni 2013

Society Cut - My first art film

Hallo Maingardisten,

für alle die es noch nicht gesehen haben: ich habe meinen ersten kleinen Kunstfilm veröffentlicht. Ich hatte ja wirklich ewig nach einer geeigneten Location gesucht in der ich legal diesen Videoshoot machen konnte. Eine Lagerhalle zu finden ist garnicht so einfach wie ich mir das gedacht oder vielleicht erhofft hatte. Alle tollen leerstehenden Häuser oder Hallen werden abgerissen. Gut für die Stadt, da sie dann das Land nutzen kann, schlecht für Fotografen oder eben seit neustem Videokünstler wie mich. Die Inszenierung ist sehr einfach gestaltet und von Yoko Onos Cut Piece inspiriert, in dem sie sich von den anwesenden Zuschauern ihre Kleider vom Körper schneiden lässt. Dabei nimmt sich jeder ein Stück von ihrer Kleidung und somit von ihr. Das heißt letzendlich sitzt sie zum Schluss fast nackt, also entblößt da. Die Performance war eher feministisch gedacht oder zumindest so interpretiert. Ich wollte das Ganze weiter fassen. Besser gesagt: meine Inszenierung ist sowohl auf allgemeine Verhältnisse zwischen der breiten Masse und einzelnen Randgruppen, als auch sehr persönlich aufzufassen. Denn ich sehe mich als Teil einer Randgruppe, die ständig im Kampf mit sich selbst ist. Ich muss das Ganze noch intimer formulieren. So fühlte ich mich in der Vergangenheit, wie noch heute, dem enormen Druck der Anpassung ausgesetzt. Grade letzten Sommer, in dieser Zeit hatte ich lange weißblonde Haare, musste ich mir viele Beschimpfungen, Sticheleien und böse Lästereien anhören. Irgendwann hatte ich einfach keine Kraft mehr dagegen anzukämpfen und wollte etwas Neues wagen, meinen Look verändern. Uns selbst als ich dann vermeintlich normal aussah wurde mir das ständig vorgehalten, da ich ja mal zur Abwechslung gut aussehen würde zum Beispiel. "Das bin ich ja gar nicht von dir gewohnt..." Ich frage mich heute noch: WARUM zum Teufel haben so viele Menschen das Bedürfnis ihren Groll und Hass auf sich selbst ungefragt auf Andere zu projizieren? Liegt es daran, dass sie selbst unausgeglichen sind weil sie sich eben nicht ausleben können? In Berlin, wo ich ja bekanntlich studieren will, ist dieser Druck nicht so groß, habe ich mir sagen lassen. Dort ist es also scheinbar möglich sich so zu kleiden wie es einen gefällt, ohne vom nächsten Saufgelage oder Dorffest ausgeschlossen zu werden. Ohgott ich schweife ab! Naja in diesem Video hier will ich einfach darauf aufmerksam machen dass es auch mir passiert ist dass ich mich (zumindest teilweise natürlich) der breiten Masse angepasst habe. Das aber nur aufgrund des ständigen Angriffs von Seiten derer in meiner Umgebung. Ganz besonders schlimm geht es in der Schule zu. Ich bin froh, dass ich da raus bin! Schaut Euch an wie entblößt und gefangen von Ketten ich mich fühle, wenn das passiert. Mit dem radikalen Schritt meine Haare abrasieren zu lassen, wollte ich den Raub meiner Individualität noch deutlicher machen. Im Gespräch über meine neue Frisur fallen nun oft Begriffe im Kontext zum Militär. Das war es auch worauf ich hinaus wollte. Selbst wenn der Kurzfilm sehr einfach gestaltet ist, bedeutet er für mich einen Freischlag! Weg mit der ganzen Last von Früher. Ich provoziere durchaus bewusst, und dafür zahle ich einen sehr hohen Preis. Seid Euch dessen immer Bewusst. Trotzdem rate ich Euch lieben Maingardisten: TRAUT EUCH ETWAS! SEID IHR SELBST! SCHERT EUCH GEFÄLLIGST EINEN DRECK UM DIE UNSICHERHEIT DER ANDEREN! Ich schenke Euch die Liebe die ich geben kann. Unterstützt mich im Kampf gegen die Uniformierung der Gesellschaft, gegen die Beschneidung der eigenen Individualität, die es zu schützen gilt!!!

Marco Feilbach

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